Montag, 18. Mai 2009

Zielsetzung des Projektes

. Montag, 18. Mai 2009
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Ziel des Studienprojektes ist die Entwicklung eines Monitoringsystems, anhand dessen die Wohnungsleerstände der Gemeinden im ländlichen Raum einheitlich erfasst, visualisiert und prognostiziert werden können.
Das Monitoringsystem soll dynamisch sein, um die regelmäßige Eingabe weiterer Leerstandsdaten zu ermöglichen und Entwicklungen durch die so entstehende Zeitreihe verfolgen zu können. Durch das Aufzeigen von Ausmaß und Konzentration der aktuellen und zukünftigen Leerstände innerhalb der Siedlungen soll den Kommunen ermöglicht werden, frühzeitig Strategien zum Umgang mit Leerstand zu erarbeiten. Auch Unsicherheiten, insbesondere bezüglich der negativen Imageeffekte des Leerstands, sollen durch den Transfer von Know-How in den Gemeinden abgebaut werden. Da die Erfassungs- und Prognosemethode auf möglichst alle Gemeinden des ländlichen Raumes übertragbar sein soll, ist es notwendig das System auf Daten aufzubauen, bei denen die Verfügbarkeit für Forschuntszwecke gewährleistet ist. Zudem sollen die verschiedenen Arten von Leerstand Berücksichtigung finden, um die Ursachen der Leerstandsproblematik für die jeweilige Gemeinde greifbar zu machen. Dazu werden die Ideen und Methoden bestehender Monitoring-Ansätze analysiert und auf Eignung für eine kontinuierliche Leerstandsbeobachtung im ländlichen Raum überprüft. Geeignete Methoden sollen anschließend im Rahmen des Projekts weiterentwickelt werden. Aufgrund der angespannten Finanzsituation vieler Kommunen spielen Zeitaufwand und Kosten des Monitorings ebenfalls eine Rolle bei der Methodenerarbeitung.
Um die Praxistauglichkeit des Systems zu testen, und dieses bei Bedarf auch weiterentwickeln zu können, wurde eine Untersuchungsgemeinde ausgewählt. Aufgrund der Nähe zum Studienort, der starken Betroffenheit und dem Interesse am Projekt bot sich die Gemeinde Otterbach in der Raumordnungsregion Westpfalz an. Die ausgewählte Gemeinde dient der Projektgruppe als Praxisbeispiel und soll die Anwendbarkeit der Methode belegen.

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Einleitung

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Die Bevölkerungszahlen entwickeln sich in Deutschland seit 1992 rückläufig [www.destatis.de, Stand: 17.01.2009]. Obwohl dieser Rückgang durch starke Zuwanderungszahlen gedämpft wird, besteht heute kein Zweifel mehr daran, dass sich diese Entwicklung fortsetzen und verschärfen wird. Infolgedessen nimmt die Zahl leerstehender Gebäude, trotz Zunahme des Wohnflächenbedarfs pro Person, stetig zu. Von 1994 bis 2003 stieg die Leerstandsquote in Gesamtdeutschland bereits von 2% auf 8% an [www.bbr.bund.de, Stand:17.01.2009]. Der Osten Deutschlands ist mit einem Wohnungsleerstand von 15% (im Jahr 2005, nach einer Erhebung im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost) jedoch wesentlich stärker betroffen als der Westen [www.bbr.bund.de, Stand: 17.01.2009].

Doch auch im Westen schrumpfen Städte und Gemeinden. Insbesondere in den ländlichen, peripheren Räumen ist Leerstand ein viel diskutiertes Thema der kommunalen Politik. Neben dem demografischen Wandel bewirkt auch die veraltete Bausubstanz in den Ortskernen, dass ein Neubau im Außenbereich oftmals attraktiver als die Aufwertung der Innenbereiche ist. Während im Osten Deutschlands Rückbaumaßnahmen im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost bereits breit gefördert werden, reagieren Verantwortliche im Westen häufig verunsichert. In vielen Kommunen steht die Frage im Raum, ob und wie stark sie überhaupt von dieser Entwicklung betroffen sind. Ein gewisses Maß an Leerstand ist schließlich in jedem Ort vorhanden und als Fluktuationsreserve notwendig. Struktureller Leerstand hingegen deutet oft auf Defizite im Immobilenangebot hin. Das Leerstandsproblem kann sich verschärfen, wenn keine entgegenwirkenden Maßnahmen ergriffen werden.

Evaluierende Untersuchungen zur Leerstandsthematik finden kaum statt. Dieses Phänomen steht in engem Zusammenhang mit der angespannten Finanzsituation vieler Kommungen, die die Optionen vorausschauenden Handelns stark einschränkt. Doch ohne eine gezielte Erhebung ist die Entwicklung geeigneter Handlungsansätze nicht möglich. Ein Werkzeug zur Erhebung der Leerstände, das sich auf alle Kommunen des ländlichen Raumes anwenden lässt, muss noch entwickelt werden.

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